Warum befand sich das Zelt der Versammlung in der Mitte des Lagers des jüdischen Volkes? Weil sich dort die Toráh befand - genauso wie sich die Empore/Bimáh in der Synagoge im Zentrum befindet, und wie sich der Baum des Lebens in der Mitte des Garten/Gan Éden befand. Wie sich unser Herz in der Mitte unseres Körpers befindet, so ist und war die Toráh immer die vitale Kraft zum Überleben des jüdischen Volkes. Als sie ihr Land verloren und in fast allen Ländern, in denen sie jemals gelebt haben, verfolgt und massakriert wurden, verlor das jüdische Volk doch nicht seine Richtung, sein Zentrum, sein Herz, welches Elohím und die Toráh war und immer noch ist. Das Zentrum, das Herz symbolisiert was wichtig ist. Alles andere, alles was es umgibt, ist zweitrangig.
Im täglichen Leben müssen wir ständig neu entscheiden, welche der vielen möglichen Dinge wir anpacken und tun. Viele von uns erreichen nicht, was sie tun wollten, weil sie, als sie es gekonnt hätten, nicht die richtigen Entscheidungen getroffen haben. Wie vermeide ich nun, Entscheidungen zu treffen, die mich vom Zentrum, das Elohím für mein Leben hat (welches auch immer dies sei), entfernen?
Hier kommt ins Spiel, den Unterschied zwischen effizient und wirksam zu verstehen. Es scheinen zwei Wörter, die dasselbe ausdrücken, sind es aber nicht. Der Effiziente ist jener, der das, was er sich vorgenommen hat, gut macht. Der Wirksame dagegen ist jener, der von allen Möglichkeiten, die sich ihm im Leben täglich bieten, beschließt, das Wichtigste oder Dringlichste zu tun. Es ist ein großer Unterschied zwischen diesen beiden Möglichkeiten.
Natürlich ist es richtig, was wir uns vorgenommen haben, gut zu machen. Aber was ist, wenn das, was wir uns vorgenommen haben, dem Willen Elohíms für unser Leben entgegensteht oder unser Leben in Gefahr bringt? Möglicherweise merken wir es gar nicht bevor es passiert, vielleicht eine Reise oder eine Aufgabe, die sich verkompliziert und in eine Katastrophe für uns mündet.
Daher ist es so wichtig für uns, zu lernen wirksam zu sein, das heißt, zu tun, was wichtiger für uns ist. Wir sollten einmal aufschreiben, was in unserem Leben wichtig ist. Was wollen wir dieses Jahr im Leben erreichen? Welches sind unsere Ziele und Werte? Versuchen wir vielleicht zwei oder drei ganz unterschiedliche Dinge gleichzeitig zu erreichen, die nichts miteinander zu tun haben, und verschwenden unsere kostbare Zeit mit etwas, das nicht wirklich wichtig oder dringend ist oder einander gar widerspricht? Wenn wir dieses Jahr zum Beispiel unser Studium erfolgreich beenden wollen, bei der Arbeit ein bestimmtes Ziel erreichen wollen, oder unsere Klein-Kinder über Elohím und Ieschúa und Seine Toráh (Anweisungen) lehren wollen, uns aber gleichzeitig vergnügen, die Welt bereisen und sehen wollen, dann streben wir drei total unterschiedliche Arten von Ziele an, die sich gegenseitig behindern. Eine wird uns von der anderen ablenken wenn wir beide anstreben. Wir müssen uns entscheiden, welches Ziel wirklich wichtiger und dringender für uns ist und uns dem widmen.
Sehr wenige planen ihr Leben und das Resultat ist ein wahres „Smörgasbord“ (ein skandinavischer Salat mit vielen Tellern). In unserem Leben bedeutet dies aber eine unübersichtliche Mischung von Dingen, die uns überhäufen. Und am Schluss machen wir möglicherweise keine wirklich gut.
Nehmen wir z.B. einmal die Entscheidung, unsere Kinder in jüdisch-messianischen Werten und zu einer starken Identität in diesem Bereich zu erziehen. Die Entscheidungen, die wir zu treffen haben sind mehr als nur eine gute messianische Synagoge für sie und uns zu wählen, ein gutes Lehrbuch, oder jemanden in der messianischen Synagoge beauftragen, der dies lehrt. Ist dies etwa nicht fundamental und extrem wichtig für das Leben unserer Kinder oder Enkel und ihre zukünftige Identität als messianische Juden, und die entsprechende Lehre über ihre Identität und ihre Werte als Juden?
Mental sagen wir zu dieser Entscheidung „ja“, aber in der Praxis halten wir es für viel wichtiger, einen guten Job zu haben, um nur ein Beispiel zu nennen. Wenn unsere Kinder leicht erkranken laufen wir zum Arzt, um sie behandeln zu lassen, unabhängig von allem, und das ist auch gut so. Doch, warum sehen wir nicht, dass es auf lange Sicht für ihre Zukunft sehr wichtig ist, sie jüdische Werte und ihre jüdisch-messianische Identität zu lehren? Hier stoßen sich Effizienz und Wirksamkeit. In der Theorie behaupten wir, einverstanden zu sein, mit dem Erziehen unserer Kinder, aber in der Praxis laufen wir einem besseren Job hinterher, was finanziell gesehen zwar effizient ist, für die Zukunft unserer Kinder und Enkel jedoch nicht unbedingt wirksam ist.
Kindererziehung... Alles was wir vor unseren Kindern tun, ahmen sie (oft unbemerkt) nach. Wenn wir (um ein praktisches Beispiel zu bringen) stundenlang (am TV) Fussball schauen, sollten wir uns nicht wundern, wenn unsere Kinder einige Jahre später dasselbe tun, und ihre Tage mit einer zeitraubenden, praktisch wertlosen Unterhaltung zubringen. Etwas ähnliches passiert in manchen Heimen in Hinsicht darauf, wie wir unser Geld ausgeben. Wenn unsere Kinder sehen, dass wir endlos Geld ausgeben, werden sie versuchen, dasselbe zu tun, ohne zu ergründen, ob das OK ist oder nicht. Die Folge ist, dass sie nie genug zum Leben haben werden. Dies ist in den meisten jüdisch-orthodoxen Heimen anders, weil die Eltern das Beispiel geben, wie mit Geld umzugehen ist, und die Kinder es lernen. Sie benötigen keine praktische Lektion mit dem, was zuhause ausgegeben wird von dem, was die Eltern ihnen geben, oder was sie tun sollen mit dem, was sie in der Zukunft verdienen werden.
Ein Großteil von allem, was wir im täglichen Leben für wichtig halten, wird unseren Kinder in ihrem zukünftigen Leben wichtig werden, ohne dass wir merken, dass wir sie mit unserem Vorbild gelehrt haben. Dies ist die beste Art, etwas zu lehren.
Wenn unsere Kinder uns sehen, wie wir anderen eine „milde Gabe“/Tzedaqáh/צֵדַקָה geben, dann werden sie dies unbewusst nachahmen wenn sie können. Und das wird großen Segen in ihr Leben bringen. Im Judentum ist Tzedaqáh eine feste Einrichtung, und wir, als messianische Juden, sollten dies so schnell wie möglich dem Judentum nachahmen, um den Segen Elohíms zu erlangen, und zwar nicht nur für uns selbst, sondern auch für unsere Kinder und Enkel, die uns sehen, selbst wenn sie ihre Gefühle nicht ausdrücken.
Wenn wir Erfolg im Leben haben wollen, sollten wir darauf achten, welche Werte wir unseren Kinder weitergeben und welche wir haben oder uns in der messianischen Synagoge oder den Studien, die wir machen, aneignen. Die Toráh sollte (wie im Lager der Leviten, das wir zu Anfang dieser Parascháh erwähnten) das Zentrum unseres Lebens und unserer Familie sein, zusammen mit deren Werten und Perspektiven.
Dies ist unser Teil, alles, was wir als Menschen mit unserer Kraft erreichen können. Aber da ist auch noch die Gegenwart Ieschúas in unserem Leben (oder sollte sie jedenfalls sein), und da beginnt sich alles zu verändern (oder sollte es jedenfalls).
Zurück zu unserem zweiten Thema: dem Unterschied zwischen Effizienz und Wirksamkeit. Das Höchste, was wir in Wirksamkeit erreichen können ist: alles nach dem Willen Elohíms für unser Leben HEUTE zu tun - denn „der morgige Tag hat seine eigenen Sorgen“, heißt es im Erneuerten Bund in Matth.6,34. Elohím hat alles festgelegt, alles (wie in einem Drehbuch) im Voraus geschrieben. Wir brauchen es nur herauszufinden und zu tun. DAS ist es, was es heißt, außergewöhnlich wirksam zu sein. Tun, was WIR tun sollen – das Wichtige und Drinliche – ist auch Wirksamkeit, obwohl es sich auf einem niedrigeren Niveau befindet, als wir uns nach dem Willen Elohíms befinden sollten, weil es das ist, was Er für unser Leben hat.
Elohím soll zum Zentrum unseres Lebens werden, indem wir auf Seinen Willen hören indem wir Ieschúa in uns haben und den Heiligen Geist/Rúach ha‘Qódesch in unserem Geist. Erst dann werden wir, als geistlicher Teil Seines Volkes (des weltweiten jüdischen Volkes), der wir sind, die wahre Stiftshütte in der Mitte unseres geistlichen Lagers haben.

